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The Walking Dead im Test: Jetzt wird geheult

Der Meilenstein im Test
Artikel eingestellt von am 04. Februar 2013 um 18:43 Uhr, in der Kategorie PC-Spiele


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Seite 5: Ein mutiges Spiel
Mein Gott, ist dieses Spiel schrecklich in seiner Ausführung von Moral und Emotionen. Es wirkt alles viel greifbarer, viel schlimmer und aussichtsloser als es beispielsweise in Mass Effect wirkt. Dort richte ich zwar zeitweise über Millionen von Menschenleben, die aber nur von einem Charakter der Spezies repräsentiert wird. Natürlich lasten auch die Entscheidungen in Mass Effect schwer wie Blei auf der Seele. Doch in The Walking Dead nimmt alles noch menschlichere, gar authentischere Züge an. Das liegt weniger an der Zombieapokalypse, die ja nun wenig möglich erscheint. Vielmehr sind es die Momente, die zwischenmenschliche Auseinandersetzungen betreffen. Schließlich muss ich über meine Gruppe wachen, muss entscheiden, wer stirbt und wer lebt, nur um am Ende zu merken, dass ich ein mieser Anführer war. The Walking Dead lebt von den Beziehungen der Charakter untereinander und die damit verbundenen Konsequenzen – wenn ich mich auf jemandes Seite schlage, bedeutet das zwangsläufig Feinde. Und daraus resultiert in Anbetracht von Zombies Tod.


Auch das simple Spielprinzip unterstützt diese Intensität. In den meisten Situationen schaue ich nur zu und drücke Tasten, wenn sie eingeblendet werden – sogenannte Quicktime-Events. Nur manchmal steuere ich Lee selbst: dann aber muss ich einen Ausweg aus einer eigentlich aussichtslosen Situation finden, suche nach Medizin oder Essen, halte Ausschau nach Waffen oder ein Fünkchen Hoffnung. Manchmal, da gehe ich einfach umher um mit meinen Kameraden zu reden. Simpel und wenig anspruchsvoll kommt das daher, dennoch verknüpft kaum ein Spiel Emotionen und Spielprinzip so gut: in den meisten Dialogen läuft ein Balken runter, der meine verbleibende Zeit darstellt. Binnen Sekunden muss ich mich entscheiden, ohne wirklich Zeit zu haben, ausführlich über die oft fatalen Konsequenzen nachzudenken. Zudem kombinieren die Entwickler von TellTale Games offensichtliches Leid mit dem Spielprinzip: mit mehreren Klicks beerdige ich einen kleinen Jungen im Garten. Ich kann nach jeder Schaufel Sand einen Blick auf den Leib des Jungen richten, der schlimmer aussieht als von Feuer entstellt. Solche Momente fördern sowohl Interaktivität als auch die Bindung vom Spieler an den Charakter, den er in solchen tragischen Momenten steuert.



Am Ende von The Walking Dead bleibt ein mutiges Spiel, das es in dieser Form selten gegeben hat. Die fantastischen englischen Synchronsprecher verdeutlichen den Charakter jeden Begleiters, selbst die manchmal matschige Comicgrafik kommt zur Geltung; zum Beispiel dann, wenn hunderte zerfetzte Zombies vor euch stehen und ihr mitten durch müsst. Trotz all den technischen Mängeln lebt The Walking Dead von seinen Charakteren, von seiner Geschichte, von den furchtbaren Entscheidungen und insbesondere von der unschuldigen Clementine. Nie zuvor hat mich ein kleines Mädchen so sehr leiden lassen, mich an die Grenzen des Aushaltbaren getrieben, mich in die tiefste Depression gedrängt. Clementine, oh meine süße Maus, ich hoffe, ich habe richtig gehandelt. Ich habe alles immer nur für dich getan. Vergiss das nicht.

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